19. Juli 2017: Stadtmuseum Düsseldorf

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Kühle Museumsräume sind bei heißem Wetter eine Wohltat – so auch bei der NRW-Volo-Exkursion ins Düsseldorfer Stadtmuseum am 19. Juli. Ein erleichtertes Seufzen ging beim Betreten der Ausstellung „Werbung. Die Kunst der Kommunikation“ durch die Runde der Volontärinnen und Volontäre, die sich auf Einladung von Stefanie Weißhorn zusammengefunden hatten. Gerade absolviert sie dort ihr wissenschaftliches Volontariat und hat die Ausstellung, um die es an diesem heißen Julitag gehen sollte, mitkuratiert.

Unter ihrer Anleitung erwartete uns eine Reise durch die facettenreiche Welt der Werbung, ausgehend von der Werbestadt Düsseldorf, wo das deutsche Wirtschaftswunder die moderne Reklame entstehen ließ und wichtige Werbeagenturen ihren Sitz haben.

Schnell wurde klar: Geworben wird eigentlich schon immer und dies für die verschiedensten Interessen und Produkte. Einen chronologischen Anfangspunkt setzten in der Ausstellung Graphiken aus der Studiensammlung des Marketingexperten Prof. Dr. Walter Scheele mit Blättern vom 17. bis 19. Jahrhundert. Einmal ist ein Bettler dargestellt – für Scheele ein Werbekünstler, da er sozusagen ohne Ware auskommt.

Von dort aus führte die Ausstellung in mehreren Kapiteln durch eine echte Vielzahl an Werbemedien und -themen: Litfaßsäulen, Briefköpfe, Werbemaskottchen, Radiojingles, Fernsehspots, Kinowerbung, Aufklärungskampagnen, Wahlkampfplakate, Tourismuswerbung und nicht zuletzt Duftmarketing. Eine Erinnerung daran, dass uns Werbung im Alltag ständig umgibt, und dies auch unabhängig von sozialen Netzwerken, wo gesponserte Posts, Influencer und Schleichwerbung heute ebenso Bedürfnisse erwecken, zum Umdenken bewegen und Entscheidungen beschleunigen.

Welchen Einfluss Werbung auf die eigene Wahrnehmung hat, zeigte besonders verdichtet eine Arbeit aus dem Kapitel „Werbung und Kunst“, in dem Werbung als Thema von künstlerischem Schaffen untersucht wird: Der Medienkünstler Rozbeh Asmani präsentiert Farben, die sich Firmen als Teil ihrer Corporate Identity schützen lassen. Erstaunlich schnell konnten die einfarbig gehaltenen Tafeln Produkten und Unternehmen zugeordnet werden.

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Eine dermaßen starke und emotionale Bindung an Marken ruft Nostalgie hervor, etwa beim Erklingen alter Werbejingles. Dieser können Besucher der Ausstellung beim Karaoke freien Lauf lassen. An den wandelnden Werbemethoden lassen sich gleichsam gesellschaftliche Zustände, Entwicklungen und Debatten ablesen: Patriarchale Frauenbilder werden seit jeher als Eyecatcher genutzt und auch heute noch von Werbern verteidigt, in einer Branche, wo eben nur die Aufmerksamkeit zählt.

Neben all den inhaltlichen Fragen, die von der Ausstellung aufgeworfen wurden, gewährte uns Stefanie im Anschluss an die Führung bei einem kleinen Snack Einblick in ihre Arbeit als Volontärin. In der Vorbereitungszeit der Ausstellung koordinierte sie ein gutes Duzend sogenannter „Keyworker“, die dem Stadtmuseum auf freiwilliger Basis zuarbeiten und kuratorisch zu der Schau beitrugen. Auch die Abstimmung der Ausstellungspräsentation mittels Werbewänden in Originalformat und die Kooperation mit den Sponsoren der in Düsseldorf ansässigen Werbeagentur BBDO gehörten im Vorfeld zu ihren Aufgaben. Mehr darüber lässt sich in aller Ausführlichkeit auf dem sehr informativen Blog nachlesen, den sie dazu im Rahmen der Ausstellung eingerichtet hat:

https://stadtmuseumduesseldorf.wordpress.com/

So war diese Volo-Exkursion wieder einmal eine interessante Sache und dazu eine wirklich nette Gelegenheit zum Austausch mit anderen Volo-Kollegen. Wer auch gerne eine Exkursion für andere NRW-Volontärinnen und Volontäre anbieten möchte, kann uns gerne kontaktieren! Wir kommunizieren die Termine dann auf Homepage und Facebook weiter.